High Time

HIGH TIME
to school and to be schooled

13 December 2014 

Artistic Symposium at the Stadtgalerie Bern 

D

During this symposium, my presentation was at once a talk and a performance. After explaining some aspects of my research on versions, and recounting the story of how I met the person who calls himself David, I made the transition from being me to being David, who then took my place in the symposium. He proceeded to play the game, originally developed with Cecilia Molano and Mala Kline, called 'A Tool for a Conversation', with all the participants of the conference. This version of the game was developed specially for this symposium. He then participated in the debates, stayed for the dinner party etc.

 

Gian-Andri Toendury: "Your approach with David raises for me the following questions: How is your becoming David changing your behaviour in discussions/arguments and so on? Is maybe the device of changing identity in proto-academic context a way to uncover/overcome the limiting or power-relations invested in aspects of these contexts, overcoming the academic persona? Can perhaps a playful suspension or redefinition of identities and roles as discussants provide us with critical tools, which we would not otherwise have? Is it a way of introducing standpoints that would perhaps be excluded in the real?"HIGH TIME

(translation to English will follow shortly) 

Das Kunstprojekt basiert auf der Vorstellung des selbstbestimmten Lebens durch Kunst und der Entwicklung von Visionen einer anders gelebten Welt. Im Anschluss an avantgardistische und neo-avangardistische Künstlerbewegungen ist das selbsterklärte Ziel der vier Initiatoren Anna Bürkli, Anabel Sarabi, Stefan Wegmüller und Gian-Andri Toendury die Autonomie von Kunst erneut mit dem Ziel zu befragen, wie sie (die Kunst) die Emanzipation von unausweichlich scheinenden gesellschaftlichen Strukturen anstossen kann. Es geht darum für einen veränderten Autonomiebegriff von Kunst selbst zu sensibilisieren: man versteht sie nicht mehr länger als zweckfrei ausserhalb der gesellschaftlichen Strukturen stehend, sondern als mitten aus der Gesellschaft heraus agierend. Von diesem Ort aus die Funktion von Kunst gemeinsam auszuhandeln ist das Ziel der vier Initiatoren. 

… to school and to be schooled

In einem künstlerischen Symposium sollen Reflektion und Kritik geschärft, aber auch Strategien und Methoden entwickelt werden, die die Besucher und uns selbst ermächtigen sollen, eigene Visionen von einer anders organisierten Welt zu entwickeln. Dazu haben wir vier weitere KünstlerInnen und KunstheoritkerInnen eingeladen: Philippine Hoegn (Künstlerin aus Brüssel/Amsterdam), Laura Popplow (Künstlerin und Kulturwissenschaftlerin aus Köln) und Iris Dankemeyer (Kulturphilosophin aus Berlin). 

Für das künstlerische Symposium entwerfen wir ein Format, das "Dinge auf den Tisch" bringt. Der Tisch wird als autonomer Raum bezeichnet, in dem/auf dem für die KünstlerInnen Dinge (Begriffe, Gegenstände) platziert werden, durch die sie und die Besucher gegenseitig voneinander lernen können. Für die Dauer des Symposiums nimmt der Tisch einen autonomen Raum innerhalb des Kunstsystems ein. Sobald die Dinge auf dem Tisch platziert sind, werden sie abgelöst von ihren definitorischen und funktionalen äusseren Bedingungen und Regeln. Mit dem Tisch wird ein autonomer Raum behauptet, auf dem Dinge in Erscheinung treten und sich untereinander räumlich und zeitlich in Beziehung  setzen. Von diesem Tisch aus können sie zu künstlerischen Setzungen führen, die die Strukturen des Kunstsystems überdenken und Kunst stärken. Künstlerische Handlungen sollen im Sinne von Umprogrammierungen der (Aussen)welt  provoziert werden. 

Wir bringen Dinge auf den Tisch, lösen sie ab, aktivieren sie und schleusen sie ein.